
Bianca Liebermann und Diana Bormann von der Humboldt-Universität zu Berlin haben das erste Valenzwörterbuch lateinischer Verben veröffentlicht und damit eine seit langem bestehende Lücke geschlossen. Zwar liefern herkömmliche Wörterbücher allgemeine Informationen zu Verbvalenzen, doch bieten sie weder eine systematische Valenznotation noch eine klare Unterscheidung zwischen syntaktischer und semantischer Valenz. Valenzgrammatiken hingegen bieten zwar die theoretischen Grundlagen der Valenzgrammatik und umfangreiche Informationen zu den Valenzen bestimmter Verben, sind aber als Nachschlagewerke eher unpraktisch. Diese Lücke zwischen Valenzgrammatik und traditionellem Wörterbuch wurde nun geschlossen.
Das Valenzwörterbuch von Liebermann und Bormann ermöglicht es seinen Nutzern, die verschiedenen syntaktischen und semantischen Funktionen von Verbalergänzungen beim Lesen lateinischer Prosatexte zu verstehen, insbesondere wenn diese über einfache Objekte oder Standardkonstruktionen hinausgehen; andererseits hilft es Studierenden in Stilübungen und Kursen zur deutsch-lateinischen Übersetzung, den Gebrauch von Verben mit ihren Ergänzungen anhand von Satzstrukturdiagrammen und Beispielen korrekt zu erlernen. Dank seiner übersichtlichen und leicht verständlichen Gestaltung eignet sich das Valenzwörterbuch auch für Nutzer, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Selbst diejenigen, die mit der Valenzgrammatik noch nicht im Detail vertraut sind, können dank der umfassenden Einführungen von diesem Wörterbuch profitieren.
Dieses Wörterbuch schließt nicht nur eine konzeptionelle Lücke, sondern überzeugt auch durch seinen Aufbau und seine Klarheit.
Für die Bryn Mawr Classical Review habe ich das Buch rezensiert: